Türkei Roadtrip-Guide

Bis zur iranischen Grenze und wieder zurück

Inhaltsverzeichnis

Key Facts über unseren Türkei-Roadtrip

Die Türkei war ein kleiner Traum von uns beiden, einmal schon ein bisschen Weltreiseluft schnuppern und bis auf den asiatischen Kontinent fahren. Die ersten Erfahrungen so weit weg von Zuhause sammeln und mal vier Wochen am Stück im Campervan leben. Und da wir eben die totalen Macher sind, setzen wir auch immer alle Träume und Ideen um und sind kurzerhand mit dem Campervan bis in die Türkei gefahren.

Von Deutschland aus waren wir 2,5 Tage unterwegs und sind jeden Tag ca. 8 Stunden durchgefahren und haben abends irgendwo übernachtet. Unser Weg hat uns durch Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien geführt. In der Türkei angekommen, sind wir über Istanbul das schwarze Meer entlang gefahren bis zur Grenze von Georgien, danach ging es für uns Richtung Van See und übers Inland wieder zurück. Die Haupt-Touristenecke am Mittelmeer haben wir bewusst gemieden.

4 Wochen in der Türkei waren für uns wirklich eine ganz besondere Erfahrung. Wir haben die fantastischsten Stellplätze gehabt, wurden überall mit so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Empfang genommen und haben so viele tolle Landschaften gesehen, die wir bis dato gar nicht kannten. Egal wo wir gegessen haben, es war immer lecker, wir haben regelmäßig auf Obst- und Gemüsemärkten eingekauft und uns über die niedrigen Preise für das beste Gemüse gefreut und waren 4 Wochen am Stück so richtig autark unterwegs. Denn eine richtige Campingplatz-Infrastruktur gibt es in der Türkei nicht.

Reisezeit

September bis Mai, die Sommermonate könnten sehr heiß werden

Dauer

Minimum 4 Wochen

distance

Anreise mit dem Auto

ca. 25 h / 2.400 km

Wildcamping?

Überall geduldet, kaum Campingplatz-Infrastruktur

Währung

TRY (Türkische Lira)
Umrechnungskurs: 10 TYR = 0,50 EUR

Sprache

Türkisch, Englisch kaum verbreitet, mancherorts eher noch Deutsch

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Lieblingsplätze

Wir verraten euch, welche unsere Lieblingsplätze in der Türkei waren, wo wir nicht wieder hinfahren würden und was uns so richtig vom Hocker gehauen hat.

Stadtbummel in Istanbul (B)

Istanbul ist riesig, bunt und laut, und kann einen, wenn man noch so gar keine Erfahrung mit asiatischen Großstädten hat ein bisschen aus den Socken hauen. Wir sind eigentlich so gar nicht die Stadtmenschen, lieben aber asiatische Metropolen wie Bangkok oder Hanoi, deshalb hat uns Istanbul auch gut gefallen. Da wir aber diesmal mit unseren beiden Hunden unterwegs waren, sind wir nur einen Tag in Istanbul geblieben, für zwei Hunde ist das genug Stress für einen Tag. Überall neue Gerüche, es ist voll mit Menschen und von hinten kommt immer irgendein Roller oder eine Rikscha voller zu transportierender Waren.

Parkplatz-Tipp: In einer einschlägigen App für die Parkplatz- und Stellplatzsuche beim Camping wirst du (Stand April 2023) nur einen Wohnmobilstellplatz bzw. Campingplatz in Istanbul finden. Das ist der Wohnmobilparkplatz Yenikapi Caravan Park. Eigentlich ein einfacher Parkplatz, der zu einem Fußballplatz gehört, aber wir haben Camper aus aller Welt und mit den exotischsten Kennzeichen getroffen, hatten tolle Gespräche und es gab eine Waschmaschine und eine Dusche. Die Innenstadt auf der europäischen Seite war von da aus für uns fußläufig erreichbar (ca. 20 Minuten).

Achtung: Der Verkehr in Istanbul ist chaotisch und es überholen dich immer wieder Roller von allen Seiten, wir empfehlen, mit dem eigenen Auto nur bis in die Innenstadt zu fahren, wenn du dir das auch ganz sicher zutraust. Alternativ gibt es rund um Istanbul auch Campingplätze, und du kannst mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt fahren.

In Istanbul gibt es super viel zu sehen, dafür reicht ein Tag kaum aus. Wir haben uns bei unserem Tag auf ein paar Dinge beschränkt und sind morgens früh erstmal zum berühmten Grand Bazar gelaufen. Da hätten wir unsere Vierbeiner übrigens mit reinnehmen dürfen, wenn wir einen Maulkorb dabei gehabt hätten, da es innen aber super eng ist, haben wir ihnen das erspart. So hat einer draußen im Schatten Eiskaffee getrunken und der andere ist eine Runde über den Bazar gelaufen, anschließend haben wir getauscht. Auf dem Bazar gibt es größtenteils an jeder Ecke das gleiche für zu hohe Preise, wie das eben so ist in solchen Städten. Ich habe trotzdem für viel zu viel Geld jede Menge Gewürze und Tee gekauft.

Vom Bazar aus sind wir weitergelaufen in Richtung der Moscheen. Die Hagia Sophia und die Sultan-Ahmed-Moschee befinden sich nicht weit vom Wasser entfernt und liegen auf einem großen parkähnlichen Gelände gegenüber voneinander. Um den Park zu betreten, mussten wir durch kleine Zelte, wo eine kurze Kontrolle durchgeführt wurde. Unsere Hunde dürften mit rein und wurden auf dem großen Platz gleich zum Touristenmagnet von Menschen aus aller Herren Länder.

Die Sultan-Ahmed- Moschee wurde, als wir dort waren, leider gerade von außen renoviert, so dass sie komplett in ein Gerüst eingewickelt war. Dafür haben wir uns dann dazu hinreißen lassen, eine Bootstour im Sonnenuntergang zu buchen. Die war im Sonnenuntergang wirklich schön und wir waren überrascht, dass wir unsere Hunde mit aufs Boot nehmen dürften.

Rund um den Park herum gibt es viele Geschäfte, mit ein bisschen Glück findest du auch welche, mit echten handgemachten Sachen. Außerdem Restaurants mit dem besten Essen. TIpp: Unbedingt in der Türkei mal einen „richtigen“ Döner probieren, du wirst überrascht sein, wie anders er ist – aber soooo lecker! Wir haben uns auch regelmäßig von Adana Kebap oder Mante ernährt, beides ein Traum!

Die Schwarzmeerküste entlang bis nach Trabzon (C - F)

Von Istanbul aus sind wir Richtung Zonguldak aufgebrochen und haben dort nochmal getankt und unsere Vorräte aufgestockt. Denn die gut ausgebaute Bundesstraße endet irgendwann bei Amasra. Von da aus geht es bis kurz vor Trabzon über eine super enge abenteuerliche Küstenstraße, vorbei durch kleine Dörfer die aus nur wenigen Häuschen bestehen und steilen Klippen. Je nach Wetterlage können die Straßen auch etwas gefährlich werden, bei Starkregen nicht zu empfehlen.

Wir haben ca. 6 Tage für die ganze Strecke gebraucht, sind jeden Tag ein Stück weiter gefahren und haben jeden Nachmittag und die Nacht an einer anderen einsamen Bucht verbracht. Das Schwarze Meer ist sehr rau und hat immer viel Wellengang, daher zum Schwimmen nicht unbedingt geeignet. Dafür ist der Ausblick immer toll gewesen. Bei der Suche nach einem Stellplatz unten am Strand haben wir uns auch das erste Mal so richtig festgefahren, so dass wir uns aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnten. Schlussendlich musste ich einen Traktor organisieren, der uns rausgezogen hat.

Der nördlichste Punkt der Türkei liegt bei Sinop, da gibt es eine kleine Landzunge, über die du bis zu einem Leuchtturm, dem Inceburun, fahren kannst. Auf der Landzunge ist es immer windig, dafür gibt es hier ausnahmsweise mal nicht so steile Klippen und teilweise sogar kleine Strände.

Wir sind die Schwarzmeerküste bis nach Trabzon gefahren, haben jeden Tag auf kleinen Märkten bei Einheimischen unsere Vorräte aufgestockt und waren nach 6 Tagen Einsamkeit gar nicht darauf vorbereitet, wie groß und trubelig Trabzon war. Trabzon ist die Hauptecke für den Teeanbau (Cai) in der Türkei, rund um Trabzon herum finden sich viele Teefelder, die teilweise terrassenartig angelegt sind und wirklich toll aussehen.

Altindere Nationalpark & Kloster Sumela (G)

Gleich hinter Trabzon liegt der Altindere Nationalpark, welcher über eine asphaltiere Straße erreichbar ist und an einem Fluss entlang führt. Den ganzen Fluss entlang gibt es immer wieder kleine Teehäuschen, die teilweise auf kleinen Holzplattformen mitten im Fluss Cai servieren. Den ganzen Weg über haben wir uns ein bisschen nach Österreich zurückversetzt gefühlt, da die Kulisse recht ähnlich war.

Das Kloster Sumela liegt mitten in den Bergen an einem Steilhang und ist mit dem eigenen Auto nicht erreichbar. Kurz vorher gibt es einen großen Parkplatz und einen Shuttle-Bus, welcher dich über eine enge Serpentinenstraße bis kurz vor das Kloster bringt. Von da aus sind es nochmal ca. 20 Minuten zu Fuß bis zum Kloster, die es aber in sich haben, da der Weg recht steil ist, wenn du nicht gut zu Fuß bist rate ich eher davon ab.

Die Klosteranlage selber ist nicht groß, wir hatten in 45 Minuten alles gesehen, aber wirklich schön. Es können fast alle Räume betreten werden und es gibt sogar eine kleine katholische Kirche mit wunderschönen Deckenmalereien. Wir konnten uns auch einen Audio-Guide ausleihen. Auch die Aussicht von da aus auf die Berge und den Nationalpark ist wirklich toll! Der Eintrittspreise liegt bei ca. 4 EUR pro Person, plus 2 EUR für den Shuttle-Bus. Im Kloster selber gibt es am Eingang auch ein Café, Toiletten und einen kleinen Souvenirladen.

Vom Parkplatz des Kloster Sumela aus sind wir nicht gleich zurück gefahren, sondern sind eine Offroad-Piste in den Altindere Nationalpark abgebogen. Den Eingang zur Straße findest du direkt am Eingang des Nationalparks an der Schranke. Der nette Wärter hat uns sogar noch die Straßenverhältnisse beschrieben und uns gesagt, dass wir die Strecke mit unserem Auto auf jeden Fall schaffen.

Im Altindere Nationalpark gibt es weiter oben in den Bergen zwei Aussichtspunkte aus Holz, von wo aus du den besten Blick auf das Kloster hast. Wir haben die Holzstege als Terrasse genutzt und sind einfach dort für einen Tag und eine Nacht geblieben, bis heute einer unserer liebsten Freistehplätze! Es ist nicht ein Auto vorbei gekommen, wir hatten sogar Handynetz, haben Nachts Sternschnuppen gesehen und das Kloster war sogar beleuchtet. Ein Traum!

Region Kagizman (A) und die Salzmine in Tuzluca (B)

Kagizman und das Dorf Tuzluca befinden sich ganz im Osten der Türkei, an der armenischen Grenze. Die kann übrigens von der Türkei aus nicht überquert werden, wer nach Armenien möchte, muss über Georgien reisen.

Wir sind in Kagizman dem Fluss Aras gefolgt, der immer wieder an Stauseen breiter wird, und haben bei herrlichstem Sonnenuntergang direkt am Stausee freigestanden.

In Tuzluca gibt es ein Salzbergwerk, welches auch noch genutzt wird. Den Anfang der Salzmine, der bereits abgetragen ist, hat man für Touristen freigegeben. Wir dürften die Salzmine sogar mit unseren beiden Hunden besuchen, das ist in der Türkei nicht selbstverständlich. Die Mine selber ist toll ausgeleuchtet, in 10 Minuten hat man auch schon alles gesehen. Der Eintritt kostet ca. 1 EUR, und vor dem Eingang der Mine gibt es auch noch ein Café und einen kleinen Laden, in welchem wir unsere Salzvorräte mit Salz aus der Mine aufgestockt haben.

Ishak Pasa Palast (C)

Der Ishak-Pasa-Palast liegt auf einem kleinen Berg in der Stadt Dogubeyazit an der iranischen Grenze und kann von innen fast vollständig besichtigt werden. Der Eintritt kostet gerade mal 1 EUR. Innen lässt es sich auch an heißen Tagen super aushalten. Der Palast zeigt von innen die Räumlichkeiten der Familie, die vor vielen Jahren hier gelebt hat. Auch die hauseigene Moschee kann von innen besichtigt werden, dazu liegen Kopftücher und ein Schuhregal bereit.

Manchmal finden in einem Teil des Palastes auch Kunstausstellungen statt, Infos dazu gibt es in der Regel am Kassenhäuschen am Eingang.

Rund um den Palast gibt es ein paar Souvenirstände und Cafés, die Cai und türkischen Kaffee verkaufen. Parkplätze sind mehr als ausreichend vorhanden.

Der höchste Berg der Türkei, der Agri Dagi (C)

Gleich in der Nähe der Stadt Dogubeyazit an der iranischen Grenze liegt der höchste Berg der Türkei, der Agri Dagi oder auch Ararat. Der Erzählung nach, ist die Arche Noah vor vielen hundert Jahren auf diesem Berg gestrandet, nachdem sie die Sinnflut überstanden hat.

Vor dem Berg sind wir auf eine Landschaft aus trockener Erde, Sukkulenten und Vulkansteinen gestoßen. Durch die große Trockenheit konnten wir hier mit unserem Campervan sogar das erste mal so richtig querfeldein ohne Weg fahren und hatten von da aus einen tollen Ausblick auf den höchsten Berg der Türkei.

Hinweis: Solltest auch du hier eine Nacht verbringen, lass dich nachts nicht durch die Suchscheinwerfer erschrecken. Durch die Nähe zur iranischen Grenze gibt es hier zahlreiche Militärwachposten, deren Suchscheinwerfer ganz zufällig alle paar Sekunden ihre Richtung wechseln. Wir haben in der tiefsten Dunkelheit bestimmt eine halbe Stunde gebraucht, bis wir dahinter gestiegen sind, was wir da in der Ferne sehen.

Entspannen am Van See (D + E)

Nach viel Fahrzeit haben wir uns die Zeit genommen, und ganze drei Tage am Van See verbracht. Du wirst in einer einschlägigen App zahlreiche Stellplätze finden, die direkt am Wasser liegen. Wir haben uns für einen mit Blick auf eine kleine Insel und einem Holzsteg entschieden.

Rund um den Van See herum gibt es viele alte armenische Kirchen, die du dir alle ansehen kannst. Außerdem viele kleine Dörfer mit Obst- und Gemüsemärkten, um dich für ein paar entspannte Tage am See auszuruhen.

Der Van See ist der größte See der Türkei und, was wir zu Beginn auch nicht wussten, ein Sodasee – noch dazu der größte Sodasee der Welt. Das bedeutet, der PH-Wert des Wassers gleicht dem einer Lauge, ähnlich wie Seifenlauge. Deshalb wird aus den Ablagerungen des Sees sogar Waschmittel hergestellt. Wir haben nie auf der Welt so klares Wasser wie im Van See gesehen und sind an allen Tagen gleich mehrfach reingesprungen.

Dass der Van See ein Sodasee ist, merkt man auch. Im Wasser fühlt sich alles ganz leicht ölig an und man treibt auch immer ganz leicht oben. Sobald man aus dem Wasser kommt hatte man irgendwie das Gefühl, als wäre man gerade frisch gewaschen. Da der See am Anfang noch lange recht flach war und überall runde Steine lagen, bin ich mit Schuhen rein. Meine Schuhe waren blitzblank und sahen wie neu aus.

Nemrut Dagi, ein ruhender Vulkan (E)

Der Nemrut Dagi ist ein ruhender Vulkan nahe der Westseite des Van Sees, tatsächlich ist er sogar für die Entstehung von letzterem verantwortlich. Und das beste an diesem schlummernden Vulkan ist, du kannst sogar in den Krater hinein fahren! Bei Tatvan führt eine asphaltierte Straße den Kraterrand hinauf, die Straße ändert sich irgendwann von Asphalt auf Kopfsteinpflaster, es ist aber kein besonderes Fahrzeug notwendig. 

Vom Kraterrand hast du einen herrlichen Ausblick über die Landschaft im Vulkan, die zur einen Hälfte einer trockenen Steppe gleicht und zur anderen Hälfte aus dem kleinen und großen Kratersee besteht.

Wenn du der Kopfsteinpflasterstraße folgst, wirst du irgendwann mitten im Krater auf eine kleine Teehütte stoßen. Der Besitzer war sehr freundlich und hat uns abends und am nächsten Morgen mit Cai versorgt. Im Krater leben außerdem wilde Bären, die in der Dämmerung meistens in der Nähe der Teehütte auftauchen und die Mülltonnen plündern. Wir haben sie gesehen, als unsere Hunde lautstark anfingen zu knurren und zu bellen. Die Bären sind allerdings dann sofort abgehauen.

Wichtig: Im Krater selber gibt es überhaupt keinen Handyempfang.

Offroad im Karanlik Canyon (G)

Der Karanlik Canyon liegt im Bezirk Euphrat bei Kemaliye am Fluss Euphrat. Er verbindet das Dorf Kemaliye und die dahinterliegende Bergregion.

Wichtig: Wir empfehlen dringend, bevor du die kurze Offroad-Strecke fährst, dass du ein sicherer Fahrer bist und dein Fahrzeug auf keinen Fall länger als 6,40 m ist. Unserer ist 6,40 m und wir hatten schon Schwierigkeiten. 4×4 ist nicht notwendig, der Weg besteht zwar aus Schotter ist aber nicht steil.

Wenn du von der Nordseite kommst, biegst du direkt in den Tunnel ab. Am Eingang stehen Schilder, dass der Tunnel selber nicht von Fahrzeugen mit einer Höhe über 2,10 m und einer Breite über 1,90 m befahren werden darf. Da waren wir mit unserem Kastenwagen allemal drüber, wir sind aber von der anderen Seite gekommen, auf welcher keine Schilder stehen. Da der Tunnel super hoch und auch breit ist sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es bei den Schildern um die enge Canyonstraße auf der anderen Seite geht, die definitiv nicht von LKWs befahren werden kann, und die dort dann nicht mehr drehen könnten.

Wir sind von der Südseite gekommen, und bevor der Weg in die dunkle Höhle mündet, musst du erstmal eine enge Canyonstraße passieren. Hin und wieder könnten dir Geländewagen entgegen kommen, da hier Offroad-Safaris für Touristen angeboten werden. Daher unbedingt ein sicherer Fahrer sein, da es passieren kann, dass du am Abgrund entlang rückwärts fahren musst, damit der Gegenverkehr passieren kann.

Kurz vor dem Eingang zum Tunnel werden die Kurven super eng, was auch gefährlich werden kann. Einmal im Tunnel angekommen, ist der Rest dann kein Problem mehr.

Tipp: Im Tunnel selber sind immer wieder „Fenster“ in den Berg gehauen, um Licht einzulassen. Da lässt sich eine fantastische Aufnahme mit einer Drohne machen, in dem du dein Fahrzeug direkt bis ganz an das „Fenster“ ranfährst und die Drohen aus dem Fenster schickst und von außen fotografierst.

Kappadokien (H)

Die Region Kappadokien ist die vermutlich touristischste Gegend in der ganzen Türkei. Kein Wunder, die aufsteigenden Luftballons zu sehen oder sogar selber eine Ballonfahrt zu machen, sind ein absoluter Traum. Aber, Kappadokien besteht tatsächlich aus noch viel mehr, als nur den Heißluftballons!

Das Love Valley, über welchem die Heißluftballons morgens aufsteigen, liegt direkt am Dorf Göreme. Göreme selber ist voll von Souvenirläden, die alle das gleiche verkaufen, und überteuerten Restaurants, die nicht die besten sind. Göreme hat uns nicht so gut gefallen, wir sind dann ins nahegelegene Städtchen Avanos ausgewichen, da war es weniger überfüllt und es gab sogar Geschäfte mit echten handgemachten Sachen.

Neben den Dörfern gibt es in Kappadokien außerdem noch zwei Freilichtmuseen, welche beide durch alte Bergdörfer führen. Das meistbesuchte ist das Göreme Open Air Museum, deshalb haben wir uns auch gegen dieses entschieden und haben stattdessen das Zelve Open Air Museum besucht. Das war weniger voll, so dass wir sogar unsere beiden Hunde mit reinnehmen dürften. Der Eintritt in das Freilichtmuseum hat uns ca. 8 EUR pro Person gekostet. Die Besichtigung eines der beiden Freilichtmuseen lohnt sich absolut. Du wirst eine uralte Stadt finden, in welcher die Bewohner in in den Berg gehauene Unterkünfte gelebt haben. Und in alle Unterkünfte kannst du reingehen und teilweise auch klettern. Die Kulisse war absolut toll!

Die Heißluftballons sind natürlich das absolute Highlight. Sie steigen nur, wenn das Wetter stimmt, das bedeutet, es darf nicht regnen und es darf nicht zu windig sein. Ob die Heißluftballons steigen dürfen, entscheidet die Universität von Kappadokien. Dort wird Meteorologie unterrichtet, und die entscheiden, ob das Wetter stimmt. Die aktuellen Entscheidungen kannst du immer Live auf der Website der Universität einsehen. Dort sind die einzelnen Bezirke mit Flaggen versehen, rot bedeutet, die Heißluftballons haben keine Starterlaubnis, gelb bedeutet, die finale Entscheidung ist noch nicht getroffen, und grün bedeutet, sie starten.

Wenn die Heißluftballons dann starten, ist das definitiv ein Schauspiel, dass man für sein Leben nicht mehr vergisst. Der Anblick ist wie aus einem Märchen. Je nach Standort mit Blick über das Love Valley fliegen die Heißluftballons sogar so nah an dir vorbei, dass die Fahrgäste dir etwas zurufen können. Uns haben sie zum Beispiel gefragt, ob unser Kaffee denn schmeckt.

Bevor wir die Region Kappadokien verlassen haben, haben wir noch ein Freilichtmuseum besucht, nämlich die Unterirdische Stadt Derinkuyu bei der gleichnamigen Stadt. Ein Teil der Unterirdischen Stadt wurde so restauriert, dass er von Touristen besucht werden kann. Am Eingang geht es eine kleine Treppe hinab, und schon bist du mitten in den Tunneln und der Unterirdischen Stadt, in welcher vor vielen hundert Jahren tatsächlich Menschen gelebt haben – kam zu glauben! Wir waren total fasziniert von den Behausungen, dem Abwassersystem, dem Belüftungssystem und von dem „Telefon“, kleine Schächte über die man sich über verschiedene Etagen hinweg etwas zurufen kann.

Der Salzsee Toz Gölü (I - A)

Der Toz Gölü ist ein Salzsee im westlichen Teil der Türkei. Wir hatten in bei Instagram entdeckt, und konnten gar nicht glauben, dass er wirklich eine leicht rosa Färbung hat! Schwimmen gehen kannst du im See nicht, da er in den Sommermonaten kaum Wasser führt und super flach ist.

Über den Toz Gölü führt quer eine nicht befestigte Straße. Wenn du von der Ostseite kommst, musst du, um auf den Weg zu kommen, einmal über das Firmengelände einer Salzfirma. Das wussten wir nicht und haben am Eingang zum Firmengelände einfach mal doof gefragt, die Jungs waren nett und haben gesagt, wir dürfen einmal übers Gelände fahren und dann kommen wir auf den Weg.

Gerade bei Sonnenuntergang ist die Kulisse wirklich super schön und absolut empfehlenswert. 

Am Marmarameer (B - D)

Unsere letzten Tage in der Türkei haben wir am Marmarameer verbracht. Das ist ein Seitenstück des Mittelmeers, und wenn man sich am südlichen Part befindet, schaut man im Prinzip genau auf Istanbul. Am südlichen Stück werden am Marmarameer überall Oliven angebaut. Genau zwischen den Olivenbäumen haben wir ein paar herrliche Tage verbracht.

In der Nähe vom Marmarameer gibt es eine größere Stadt, Bursa, mit einer großen Fußgängerzone zum Einkaufen und außerdem einem überdachten Obst- und Gemüsemarkt, auf welchem du deine Vorräte aufstocken kannst.

Wenn du vom Marmarameer zurück Richtung Heimat aufbrechen möchtest, musst du nicht mehr an der Ostseite und über Istanbul zurück. Bei Lapseki gibt es seit kurzer Zeit eine Brücke, welche den asiatischen Teil mit dem europäischen Teil verbindet. Die Brücke ist mautpflichtig und hinter der Brücke, also auf dem europäischen Teil stehen mehrere Blitzer! Wir sind gleich zwei mal geblitzt wurden, bisher ist Zuhause aber noch nichts angekommen.

Impressionen

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