Wer mit dem Campervan im Winter unterwegs ist, fragt sich oft: „Geht das überhaupt mit All-Terrain-Reifen?“ Zugegeben, wir hatten am Anfang richtig Respekt. Im Internet liest man oft, dass AT-Bereifung auf Eis und Schnee eher nachteilig sein soll. Nach unseren Erfahrungen können wir jedoch sagen: Es funktioniert – wenn man weiß, wie man die Reifen richtig nutzt. Wir sprechen hier explizit über den General Grabber AT3, den wir zu dem Zeitpunkt gefahren haben!
Glatteis – erste Tests bestanden
Die ersten Tage unseres Wintertrips waren besonders spannend. Kurz zuvor hatte es in Schweden für etwa eine Woche getaut, sodass wir überwiegend auf Glatteis unterwegs waren. Wir waren selbst überrascht: Wir sind kaum einmal gerutscht, obwohl wir teils spiegelglatte Straßen befuhren. Die Reifen haben uns zuverlässig getragen, auch auf Landstraßen, die oft nicht gesalzen oder gestreut waren.
Wichtig dabei ist, die Fahrt nicht hektisch zu gestalten. Keine ruckartigen Lenkbewegungen, kein abruptes Hin- und Her. Wenn man bei konstanter Geschwindigkeit fährt und „im Fluss“ bleibt, funktionieren AT-Reifen auch auf vereister Fahrbahn erstaunlich gut. Wir haben auf Landstraßen meist eine Geschwindigkeit von rund 50 km/h gehalten – ausreichend, um sicher zu bleiben und trotzdem gut voranzukommen.
Bremsen und Anfahren – vorausschauend fahren
Eins sollte man jedoch immer im Hinterkopf behalten: Der Bremsweg verlängert sich auf Eis enorm. Spontanes Bremsen kann gefährlich werden, vor allem an Kreuzungen oder in Kurven. Wir haben daher immer genug Abstand eingeplant und frühzeitig angefangen, die Geschwindigkeit zu reduzieren, damit wir nicht mitten auf der Kreuzung stehen bleiben.
Beim Anfahren gilt das Motto: langsam, aber konstant. Ein ruckartiges Gasgeben kann die Räder durchdrehen lassen. Je nach Parksituation kann es trotzdem mal notwendig sein, kurz mehr Gas zu geben – unsere Erfahrung: kleine Korrekturen reichen meist, um vom Fleck zu kommen.
Rutschen – Ruhe bewahren
Sollte man trotzdem einmal ins Rutschen geraten, gilt eins: auf keinen Fall hart bremsen. Stattdessen mit Bedacht gegenlenken und abwarten, bis die Reifen wieder Grip bekommen. Panik oder hektische Lenkbewegungen verschlimmern die Situation nur.
Pro-Tipp von Einheimischen
Ein echter Geheimtipp, den wir von Einheimischen bekommen haben: Immer einen kleinen Sack oder Eimer Sand im Van dabei haben. Damit kann man selbst auf spiegelglatten Flächen in Sekunden wieder festen Stand erzeugen. Wir haben es ausprobiert und waren überrascht, wie einfach man so selbst die letzten Meter einer steilen, vereisten Zufahrt meistern kann. Und im Zweifel helfen immer noch Schneeketten!
Unser Fazit zu AT-Reifen im Winter
Wir waren am Ende positiv überrascht, wie gut sich die General Grabber AT3 in extremen Winterbedingungen geschlagen haben. Selbst auf spiegelglatter Fahrbahn ohne Split oder Sand kamen wir problemlos vom Fleck. Einzig bei einer steileren Zufahrt mussten wir etwas nachhelfen – ein bisschen Sand vor den Reifen, und die letzten zwei Meter waren kein Problem mehr.
Für alle, die überlegen, mit AT-Reifen durch den Winter zu fahren: Es geht, aber nur, wenn man die Bedingungen respektiert, vorausschauend fährt und kleine Tricks wie Sand oder vorsichtiges Anfahren kennt. Für uns waren die Reifen eine echte Überraschung und haben das Wintercamping in Schweden deutlich entspannter gemacht.