Lake District mit dem Camper

Der perfekte Zwischenstopp auf dem Weg nach Schottland

Wenn du mit dem Van auf dem Landweg Richtung Schottland unterwegs bist, gibt es einen Ort, den du auf keinen Fall einfach „nur passieren“ solltest: den Lake District. Er stand bei uns schon ewig auf der Bucketlist – und hat am Ende wirklich alles übertroffen.

Denn was viele nicht erwarten: Während England sonst größtenteils eher flach ist, taucht plötzlich dieser massive Gebirgszug vor dir auf. Und genau dieser Moment bleibt hängen.

Erste Eindrücke: Plötzlich Berge in England

Wir erinnern uns noch genau an die Anfahrt. Die Landschaft war typisch englisch – sanfte Hügel, viel Grün, nichts Dramatisches. Und dann, ganz plötzlich: In der Ferne zeichnen sich Berge ab.

Nicht klein, nicht unscheinbar – sondern richtig präsent. Ab da wird die Fahrt automatisch langsamer. Nicht, weil man muss, sondern weil man einfach schauen will.

Die Anfahrt über den Newlands Pass

Wir sind von Stair aus kommend in Richtung Newlands Pass gefahren – und das war definitiv eine der schönsten, aber auch anspruchsvollsten Strecken unserer Reise.

Die Straße wird extrem schmal, kurvig und teilweise richtig steil. Und genau das macht sie so besonders.

Wichtig zu wissen:
Die Strecke ist nur für Fahrzeuge bis etwa 6,40 m Länge geeignet & zugelassen. Mit einem klassischen Kastenwagen funktioniert das noch gut – aber alles, was größer ist, kann schnell an seine Grenzen kommen.
LKWs dürfen hier gar nicht erst fahren.

Wenn du mit einem größeren Fahrzeug unterwegs bist und trotzdem Richtung Buttermere möchtest, gibt es eine entspanntere Alternative: Einfach von Norden über die B5289 anfahren.

Wandern im Lake District: Direkt los vom Pass

Der Newlands Pass ist nicht nur eine spektakuläre Straße, sondern auch ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen. Was uns besonders gefallen hat: Du steigst aus – und bist sofort mittendrin.

Eine der einfachsten Optionen: Der kurze Weg zum Moss Force Wasserfall. In etwa 10 Minuten erreichst du ihn – perfekt, wenn du nur einen kurzen Stopp einlegen möchtest.

Wenn du mehr Zeit hast, kannst du direkt von dort aus in die Berge starten. Es gibt zahlreiche Wege, die dich immer weiter nach oben führen – mit entsprechend beeindruckenden Ausblicken. Aber: Das Wetter kann hier extrem schnell umschlagen. Deshalb in ganz Großbritannien immer Regenjacke dabei haben, feste Schuhe tragen und den Wetterbericht im Blick behalten.

Und ganz wichtig, wenn du wie wir mit Hund unterwegs bist: Leinenpflicht, da überall Schafe unterwegs sind.

Übernachten im Lake District: Was erlaubt ist (und was nicht)

Ein Punkt, den man unbedingt wissen sollte: Wildcampen ist in England – und auch im Lake District – streng verboten. Das wird auch kontrolliert und kann schnell teuer werden.

Die gute Nachricht: Es gibt eine richtig entspannte Alternative. Viele lokale Bauern bieten einfache Stellplätze auf ihren Grundstücken an – oft für etwa 15 Pfund pro Nacht. Wir finden: eine super Lösung, die auch fair gegenüber den Locals ist.

Am besten einfach über Park4Night (P4N) schauen und nach Bauernhof-Stellplätzen filtern – dort findest du jede Menge Optionen.

Essenstipp: Das Wheatsheaf Inn

Nach einem langen Tag unterwegs gibt es kaum etwas Besseres als gutes Essen. Und wenn du im Lake District unterwegs bist, solltest du dir diesen Spot merken: Wheatsheaf Inn (bei Cockermouth). Dort gibt es die wahrscheinlich besten Jacket Potatoes, die wir je gegessen haben. Und ja – die sind genau so, wie man es sich wünscht: mehr Käse als Kartoffel 😄

Das Restaurant hat außerdem einen kleinen Wohnmobil-Stellplatz – perfekt, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Was du im Lake District beachten solltest

Der Lake District ist wunderschön – aber auch kein Ort, den man unterschätzen sollte. Ein paar Dinge, die du im Hinterkopf behalten solltest:

  • Enge Straßen und Single-Track-Roads mit Haltebuchten am Steilhang erfordern vorausschauendes Fahren
  • Wetter kann sich sehr schnell ändern
  • Viele Wege sind naturbelassen und anspruchsvoll
  • Rücksicht auf Tiere und Natur ist selbstverständlich

Eigentlich wollten wir den Lake District nur als kurzen Zwischenstopp auf dem Weg nach Schottland nutzen. Am Ende war es einer der Orte, die uns am meisten überrascht haben. Wenn du die Zeit hast: Bleib nicht nur eine Nacht – es lohnt sich.

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