Mit dem Van nach Schottland: Fähre oder Eurotunnel?

Wie komme ich am besten auf die Insel?

Du planst eine Reise mit dem Campervan nach Schottland? Dann kommt früher oder später die große Frage: Wie komme ich am besten auf die Insel? Es gibt mehrere Möglichkeiten – und welche für dich die richtige ist, hängt stark davon ab, wie du reist, wie viel Zeit du hast und wie komfortabel du unterwegs sein möchtest.

Wir haben uns intensiv damit beschäftigt (und selbst getestet) und zeigen dir hier die wichtigsten Optionen – inklusive unserer persönlichen Erfahrung und Tipps, die dir wirklich weiterhelfen.

Option 1: Fähre von Calais nach Dover

Die klassische und meist günstigste Variante führt von Calais (Frankreich) nach Dover (England).

  • Preis: ca. 400 €
  • Dauer Überfahrt: etwa 1,5 Stunden
  • Anbieter: z. B. P&O Ferries

Diese Option ist besonders attraktiv, wenn du flexibel bist und möglichst günstig reisen möchtest. Wir haben uns genau dafür entschieden – mit einer Abfahrt um 1 Uhr nachts. Und ja, das macht wirklich einen Unterschied beim Preis.

Der Ablauf ist unkompliziert, aber du solltest etwas Zeit einplanen:

  • Check-in ca. 2 Stunden vorher
  • Ausweiskontrolle & Online ETA notwendig (ca. 15€)
  • ggf. Fahrzeugkontrolle durch den Zoll
  • Haustier-Check (falls relevant): Impfungen, Tollwutimpfung, Wurmkur vom Tierarzt (nicht älter als 3 Tage), Chip-Kontrolle am HAfen

Nach der Ankunft in Dover geht die Reise allerdings noch weiter: Von dort sind es nochmal ca. 7 Stunden Fahrt bis nach Schottland. Maut fällt unterwegs nur für einen Tunnel an. Das ganze lässt sich prima auch mit einer Nacht im Lake District verknüpfen.

Option 2: Eurotunnel (Folkestone > Calais)

Der Eurotunnel ist die schnellste Verbindung zwischen Frankreich und England.

  • Preis: ca. 550 €
  • Dauer: nur 35 Minuten
  • Strecke: Folkestone (UK) ↔ Calais (FR)

Du bleibst während der Überfahrt einfach in deinem Fahrzeug – kein Aussteigen, kein Deck, kein Seegang. Das macht den Tunnel besonders interessant für Menschen, die seekrank werden, Reisende mit Tieren und alle, die es einfach schnell und unkompliziert mögen.

Der Ablauf ist meist etwas straffer organisiert als bei der Fähre, dafür aber auch sehr effizient. Aber auch hier gilt: Die lange Weiterfahrt nach Schottland bleibt bestehen.

Wichtig: Im Eurotunnel sind Fahrzeuge mit LPG Gas Tanks nicht erlaubt!

Option 3: Nachtfähre nach Newcastle

Die komfortabelste – aber auch teuerste – Variante ist die direkte Fähre von den Niederlanden nach Nordengland.

  • Abfahrt: Amsterdam oder Rotterdam
  • Ziel: Newcastle
  • Preis: ca. 1.200 € (inkl. Kabine)
  • Dauer: über Nacht

Hier sparst du dir nicht nur die lange Autofahrt durch England, sondern kommst deutlich entspannter an. Du verbringst die Nacht auf dem Schiff, hast eine Kabine und startest am nächsten Morgen quasi direkt in Richtung Schottland. Die Fährverbindungen verfügen alle auch über Haustierkabinen.

Für viele ist das die angenehmste Lösung – besonders bei längeren Reisen oder wenn man sich den Stress sparen möchte.

Unser Spartipp: Nachtfahrten wählen

Egal, für welche Option du dich entscheidest – ein Tipp hat bei uns den größten Unterschied gemacht:
Buche eine Abfahrtszeit mitten in der Nacht.

Unsere Überfahrt um 1 Uhr nachts mit P&O war mit Abstand die günstigste Option – und überraschend angenehm. Und eine Nachtfahrt mit Kabine von den Niederlanden aus war uns mit 1.200 € (mit 2 Hunden) auch einfach zu teuer.

Reisen mit Hund: Das solltest du wissen

Wenn du mit Hund unterwegs bist, gibt es ein paar wichtige Punkte zu beachten:

  • EU-Heimtierausweis erforderlich
  • Standardimpfungen & die Tollwutimpfung müssen aktuell sein
  • Wurmkur: vom Tierarzt verabreicht, maximal 3 Tage alt
  • Chip wird vor Ort kontrolliert, du musst das Gerät selber an deinen Hund halten

Ein echtes Highlight war für uns die Pet Lounge bei P&O Ferries. Diese kann man optional dazubuchen (für gerade mal 7€ pro Überfahrt) – und wir würden es jederzeit wieder tun.

Was dich dort erwartet:

  • Eigene, abgetrennte Bereiche pro Buchung
  • Steckdosen und Karabinerhaken um die Leine einzuhaken
  • Getränke-Flat (Softdrinks & Kaffee)
  • Eigene Toilette
  • Zugang zu einem separaten Außenbereich zum Pipi-machen oder auch draußen sitzen (je nach Wetter)

Und das Beste:
Auf beiden Fahrten hatten wir die Lounge komplett für uns allein – entspannter geht’s kaum.

Wichtige Hinweise für deine Planung

Seit dem Brexit gelten bei der Einreise nach Großbritannien andere Regeln als innerhalb der EU. Achte unbedingt auf:

  • Gültigen Reisepass
  • Aktuelle Einreisebestimmungen
  • Zollvorschriften (z. B. Lebensmittel, die Einfuhr von Fleisch ist verboten, dazu gehört auch Hundefutter!)

Auch die Preise können stark variieren – je nach Saison, Fahrzeuggröße und Buchungszeitpunkt. Früh buchen lohnt sich fast immer. Wir buchen in der Regel über Direct Ferries, die Preise unterscheiden sich nicht von einer Buchung bei der Reederei direkt. Und Direct Ferries hat ganz oft Rabatt-Aktionen.

Wir haben uns für die günstigste Variante (Fähre von Frankreich nach England mitten in der Nacht) entschieden – und würden es wieder so machen. Aber gerade, wenn du Zeit sparen oder entspannter reisen willst, kann sich die teurere Option absolut lohnen.

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