Liegt im April in Norwegen noch Schnee?

Schnee spielt zu dieser Jahreszeit noch eine große Rolle

Viele verbinden Norwegen im April bereits mit Frühling – längere Tage, mildere Temperaturen und die ersten grünen Landschaften. Unsere Erfahrung zeigt allerdings: Schnee spielt zu dieser Jahreszeit noch eine große Rolle. Wir sind im April 3 Wochen in Norwegen gewesen, und das waren unsere Erfahrungen.

Ob und wie viel Schnee liegt, hängt dabei stark von zwei Faktoren ab:

  • der Region in Norwegen
  • der Höhenlage

Gerade in Süd- und Mittelnorwegen haben wir festgestellt, dass sich die Landschaft oft innerhalb weniger Höhenmeter komplett verändert. Während unten in den Tälern Plusgrade herrschen und der Schnee bereits geschmolzen ist, beginnt weiter oben plötzlich wieder der Winter.

Sobald man etwas höher fährt – manchmal wirklich nur ein paar hundert Höhenmeter – erreicht man schnell die Schneegrenze.

In den Bergen liegt oft noch sehr viel Schnee

Vor allem in höheren Lagen ist der Winter im April noch lange nicht vorbei. In vielen Regionen liegt dort weiterhin meterhoch Schnee, obwohl in den Tälern bereits frühlingshafte Temperaturen herrschen.

Das hat auch direkte Auswirkungen auf das Reisen mit dem Camper oder Auto:

  • Hauptstraßen in den Bergen werden meist geräumt und sind gut befahrbar
  • Nebenstraßen sind dagegen oft noch komplett eingeschneit
  • Parkplätze in den Bergen werden nur selten geräumt

Gerade für Camper bedeutet das, dass viele bekannte Aussichtspunkte oder Parkmöglichkeiten noch nicht erreichbar sind. Auch viele klassische Freistehplätze fallen zu dieser Jahreszeit weg. Unsere Erfahrung war, dass etwa 90 % der Stellplätze in den Bergen im April nicht erreichbar sind, weil die Zufahrtsstraßen schlicht im meterhohen Schnee enden.

Besonders betroffen sind dabei:

  • kleine Nebenstraßen
  • Schotterpisten in den Bergen
  • Zufahrten zu Aussichtspunkten
  • abgelegene Wanderparkplätze

Schotterstraßen, die im Sommer problemlos zu befahren sind, führen im Frühjahr häufig direkt in eine Schneewand.

Viele berühmte Passstraßen sind noch geschlossen

Abseits der Strasse | Nach Geiranger per Fähre

Ein weiterer wichtiger Punkt: Einige der bekanntesten Straßen Norwegens öffnen erst deutlich später im Jahr. Viele Passstraßen durch die Berge sind im April noch komplett gesperrt, weil dort enorme Schneemengen liegen.

Dazu gehört beispielsweise auch die berühmte Straße zum Geirangerfjord, die Geirangerfjord erschließt. Die spektakuläre Panoramastraße Ørnevegen ist im Frühjahr häufig noch geschlossen, weil sich dort über den Winter riesige Schneemengen ansammeln.

Viele andere Hochgebirgsstraßen – etwa im Fjell – öffnen oft erst im Mai oder sogar erst im Juni.

Wer also eine Reise im April plant, sollte seine Route flexibel gestalten und sich darauf einstellen, dass manche Strecken schlicht nicht befahrbar sind.

Auch Wanderungen können im Schnee enden

Nicht nur Straßen, sondern auch viele Wanderungen verändern sich im April deutlich.

Beliebte Touren, die im Sommer tausendfach begangen werden, führen im Frühling oft noch durch Schnee. Zwei bekannte Beispiele sind:

  • die Wanderung zum Preikestolen
  • die Tour nach Raksetra

Gerade auf den letzten Höhenmetern kann dort noch eine geschlossene Schneedecke liegen.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Wanderungen unmöglich sind – im Gegenteil. Mit der richtigen Ausrüstung können sie sogar ein ganz besonderes Erlebnis sein.

Sehr hilfreich sind zum Beispiel:

  • Spikes oder Grödel für die Schuhe
  • wasserdichte Wanderschuhe
  • warme Kleidung für wechselhafte Bedingungen

Der große Vorteil im April: Viele dieser beliebten Wanderungen sind deutlich weniger besucht als im Sommer.

Je weiter nördlich, desto tiefer liegt die Schneegrenze

Ein weiterer spannender Unterschied zeigt sich, wenn man weiter Richtung Norden fährt.

Während im Süden Norwegens die Täler im April oft schon schneefrei sind, kann man weiter nördlich auch in niedrigeren Höhenlagen noch Schnee erleben.

Die Schneefallgrenze sinkt mit zunehmender Breite, was bedeutet:

  • In Südnorwegen liegt Schnee meist nur noch in höheren Bergen
  • In Mittelnorwegen kann er auch in mittleren Höhenlagen vorkommen
  • In Nordnorwegen liegt er teilweise noch deutlich tiefer

Für eine Norwegenreise im April lohnt es sich daher, die Route gut zu planen und immer einen Blick auf Höhenlage und Wetter zu werfen.

Warum sich Norwegen im April trotzdem absolut lohnt

Trotz Schnee und teilweise gesperrter Straßen würden wir jederzeit wieder im April nach Norwegen reisen.

Denn diese Jahreszeit hat einige große Vorteile:

  • viele Sehenswürdigkeiten sind noch sehr ruhig
  • man hat Aussichtspunkte oft ganz für sich allein
  • Stellplätze sind selten überfüllt
  • Mücken gibt es noch keine

Gerade bekannte Orte wirken in dieser Zeit völlig anders als im Sommer.

Ein weiterer spannender Fakt: Der April gilt in vielen Regionen Norwegens als der Monat mit dem geringsten Niederschlag im Jahr. Die Chancen auf klare Tage und gute Sicht sind daher oft überraschend gut.

Für uns bedeutete das drei wunderschöne Wochen mit spektakulären Landschaften, ruhigen Stellplätzen und vielen Momenten, in denen wir das Gefühl hatten, Norwegen fast für uns alleine zu haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert