Diese Frage begegnet uns immer wieder, besonders von Menschen, die mit dem eigenen Fahrzeug, mit Kindern oder mit Hunden reisen möchten. Sicherheit ist unterwegs ein entscheidender Faktor, vor allem wenn man abseits klassischer Hotelanlagen unterwegs ist. Nach mehreren Wochen Reise durch Tunesien können wir sagen, dass uns das Land in vielerlei Hinsicht positiv überrascht hat und wir uns durchgehend sicher gefühlt haben.
Militär- und Polizeikontrollen im Alltag
Bereits kurz nach der Einreise fällt auf, dass es in Tunesien viele Militär- und Polizeikontrollen gibt. An den Zufahrten zu größeren Städten, aber auch vereinzelt an Hauptverkehrsstraßen, gehören sie ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Für viele Reisende wirken diese Kontrollen im ersten Moment ungewohnt, teilweise sogar abschreckend. Unsere Erfahrung war jedoch durchweg positiv.
In den wenigen Situationen, in denen wir angehalten wurden, verlief alles ruhig und unkompliziert. Meist wurde nach Reisepass und Fahrzeugschein gefragt und wir sollten kurz erklären, wohin wir unterwegs sind. Die Beamten waren stets freundlich, respektvoll und oft ehrlich interessiert an unserer Reise. Diese Präsenz haben wir weniger als Einschränkung empfunden, sondern vielmehr als Zeichen dafür, dass Sicherheit im Land ernst genommen wird.
Begegnungen mit Einheimischen
Ein großer Teil des Sicherheitsgefühls entsteht durch die Menschen, denen man unterwegs begegnet. Die tunesische Bevölkerung haben wir als außergewöhnlich herzlich, offen und hilfsbereit erlebt. Gleichzeitig ist die Neugier gegenüber Reisenden, besonders mit Campervan, sehr groß. Wir wurden häufig angesprochen und gefragt, wie es uns gefällt, wo wir schon waren oder wie lange wir noch im Land bleiben.
Gerade mit Hunden war man schnell im Gespräch, ihre Namen wurden erfragt und oft folgten persönliche Gespräche über das Leben vor Ort. Nicht selten bekamen wir Tipps für Orte, die wir unbedingt noch besuchen sollten, oder wurden ganz spontan auf einen Tee eingeladen. Diese Begegnungen haben uns nicht nur kulturell bereichert, sondern auch ein starkes Gefühl von Willkommen-Sein vermittelt, selbst in abgelegenen Regionen.


Wilde Tiere und Naturgefahren
Ein Thema, das vor allem für Reisende mit Hund oder Kindern relevant ist, sind wilde Tiere. Entgegen vieler Erwartungen sind uns streunende Hunde nur sehr selten begegnet. Die meisten wirkten scheu und hielten Abstand, sodass es kaum zu direkten Kontakten kam.
Anders verhält es sich im Süden des Landes und insbesondere in Wüstenregionen. Dort sollte man immer aufmerksam sein, was Skorpione und Schlangen betrifft. Besonders beim wilden Campen, nachts oder beim Verlassen des Fahrzeugs im Dunkeln ist Vorsicht geboten. Für Menschen sind Begegnungen meist harmlos, für Hunde kann ein Stich oder Biss jedoch lebensbedrohlich sein. Hinzu kommt, dass Tierärzte in diesen Gegenden oft weit entfernt sind. Eine gute Platzwahl, ausreichend Licht und Aufmerksamkeit gehören hier unbedingt dazu. Uns sind in der ganzen Zeit aber keine begegnet.
Verkehr und Straßenverhältnisse
Auch der Verkehr in Tunesien ist ein Punkt, der viele vorab beschäftigt. Unsere Erfahrung war, dass der Verkehr insgesamt überraschend ruhig und geordnet ist, selbst in größeren Städten. Zwar gibt es so gut wie gar keine Ampeln, klare Fahrbahnmarkierungen oder sichtbare Geschwindigkeitsbegrenzungen, dennoch funktioniert das Zusammenspiel der Verkehrsteilnehmer erstaunlich gut.
Trotzdem sollte man jederzeit aufmerksam bleiben. Tiere wie Hühner oder Esel können plötzlich auf der Straße stehen, und auch spontane Abbiegevorgänge ohne vorheriges Umschauen sind keine Seltenheit. Wer defensiv fährt, mit ausreichend Abstand und ohne Zeitdruck, kommt jedoch gut zurecht und empfindet das Fahren schnell als entspannt.
Freistehen und Übernachten mit dem Campervan
Ein weiterer wichtiger Aspekt für Campervan-Reisende ist die Frage nach dem Übernachten. Wir haben sowohl auf offiziellen Campingplätzen (in Touzeur und Douz) als auch frei gestanden und uns dabei stets sicher gefühlt. Gerade außerhalb der Städte findet man viele ruhige Plätze in der Natur. Oft kamen Einheimische vorbei, nicht aus Misstrauen, sondern aus Interesse oder um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist.
In manchen Regionen kann es vorkommen, dass Polizei oder Militär nachfragt, wo man übernachten möchte. Auch hier haben wir ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Häufig wurden uns sogar sichere Plätze empfohlen oder wir durften in der Nähe von Wachposten stehen, was das Sicherheitsgefühl zusätzlich gestärkt hat.


Unser Fazit
Rückblickend können wir sagen, dass wir uns während unserer gesamten Reise durch Tunesien sehr sicher gefühlt haben. Das gilt sowohl für belebte Städte als auch für abgelegene Gegenden fernab der Zivilisation. Mit gesundem Menschenverstand, Respekt gegenüber Land und Leuten und einer gewissen Aufmerksamkeit ist Tunesien ein hervorragendes Reiseland mit dem Campervan.
Aus unserer Erfahrung heraus können wir Tunesien definitiv empfehlen, auch für Familien mit Kindern und für Reisende mit Hund. Wer offen auf Menschen zugeht und sich auf das Land einlässt, wird mit intensiven Begegnungen, beeindruckender Natur und einem überraschend hohen Sicherheitsgefühl belohnt! 🙂